Was andere sagen

Kim Cooper, die gebürtige New Yorkerin, ist seit fast drei Jahrzehnten aus der österreichischen Musikszene nicht wegzudenken. Sie schrieb und sang u.a. für Beat4Feet, Danube Dance oder Club 69. Zwanzig Jahre war sie zusammen mit Tini Kainrath und Lynne Kieran als Rounder Girls unterwegs und trat 2000 in dieser Formation auch beim Eurovision Song Contest an – immerhin ein 14. Platz! Mit ihrer neuen Musical Comedy „Sag es auf Germlish“ begeisterte sie nicht nur DieKleinkunst-Redakteur Paul M. Delavos.

Wer Kim Cooper kennt, freut sich schon im Vorfeld auf eine rasante Premiere in der Kulisse mit viel Gesang, aber auch viel Witz. Und diese Hoffnung wurde nicht enttäuscht – absolut nicht. In „Sag es auf Germlish“ erzählt sie Begebenheiten aus ihrem Leben. Manchmal sarkastisch böse über andere, aber auch – und das macht sie so sympathisch – über sich selber. Das beginnt bereits am Anfang, wenn sie dem Publikum erklärt, dass sie nicht Whoopie Goldberg ist und das hier nicht Sister Act wird; schließlich hat sie ja Augenbrauen.

Mit hohem Tempo geht es weiter – Pointe folgt auf Pointe, auch musikalisch, manches Mal versteckt und mit viel Hintergrund. Man merkt, dass Kim Cooper auf der Bühne absolut in ihrem Element ist – sie ist das, was man als „Rampensau“ kennt. Gekonnt überspielt sie auch kleine Versprecher oder Pannen, wenn sie z.B. einen schnellen Umzug nicht schafft: Ja, Schuhe mit Riemchen eignen sich nun mal nicht dafür – da hätte der Stylist daran denken können …

Ihre musikalische Vielseitigkeit stellt sie unter Beweis, wenn sie mal Soulsister und dann wieder Rockröhre ist. Natürlich kommt auch sie an „Atemlos“ nicht vorbei, doch bei ihr ist der Grund für die Atemlosigkeit dann ein bisschen ein anderer. Sie scheut auch nicht davor zurück, über ihren eigenen Körper zu lachen und erzählt von ihrer Ernährungsumstellung (grenzgenial ihre Version von „The Sound Of A Diet“), sowie dem wahren Grund für ihre Besuche im Fitnessstudio (nämlich u.a. die Trainer Javier und Sergej). Schauspielerisches Talent beweist sie zum Beispiel beim „Jammerlied“ – ja, sie hat sich perfekt an das wienerische Raunzen angepasst.

Wer sich nun fragt, warum das Programm im Titel nun „Germlish“ und nicht Denglish heißt, dem sei der Besuch der Show sehr ans Herz gelegt!

DieKleinkunst-Redakteur Paul M. Delavos

 

Quelle: www.diekleinkunst.com/kabarett/kritiken-und-berichte/kim-cooper-sag-es-a...

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